Die Überraschungsfahrt

Es war wieder ein klarer Samstagmorgen. Robert und ich machten uns wieder auf die Reise zu unserem bevorzugten Fotorevier.

Um 5 Uhr in der Früh angekommen, war erstmal eine kleine Kaffeepause und das Auspacken unseres Fotoequipments angesagt. Nach einer viertel Stunde gings los. Licht aus, Motor an.

Kaum an einer Waldlichtung angekommen, konnte man das Röhren der brunftigen Hirsche und weitere Geräusche anderer Säugetiere ausmachen. Nur zeigen wollte sich kein Tier. Also wurde nach einer Stunde beschlossen die Fahrt fortzusetzen und das Glück woanders zu versuchen.

Kilometer und die Zeit vergingen wie im „Fluge“ und kein Vogel weit und breit in Fotodistanz. Also beschlossen wir kurz unseren Winteransitz zu besuchen, denn die Winteransitzzeit kommt ja in riesen Schritten auf uns zu.

Nachdem soweit alles in Ordnung schien, beschlossen wir das Fotozeugs zusammenzupacken und die Heimreise wieder einmal ohne Bilder anzutreten.

Kaum losgefahren erblickten wir am Wiesenrand sitzend am Boden einen Greifvogel. Blöd, gerade vor 5 Minuten alles zusammengepackt und jetzt würden wir wieder die langen „Tüten“ brauchen. Was machen, gute Frage? Kurz entschlossen wurde der Retourgang eingelegt und im nicht einsehbaren Bereich alles wieder raus. Wahrscheinlich ist der Greifvogel eh längt aufgeflogen und unseren Blicken entschwunden wie es fast zu 100% der Fälle ist. Trotzdem ein Versuch ist und war es allemal wert. Nach vorsichtigem Heranpirschen, wenn man mit einem Pickup unterwegs ist und davon sprechen kann um das Glück zu versuchen. Und siehe da, da sitzt er noch immer. Die ersten Bilder werden gemacht, 600mm Brennweite verdammt der Vogel ist so klein, näher ran muß man und noch dazu gleich den 1,4er Konverter drauf, wieder Bilder gemacht, verdammt er ist immer noch so klein auf dem Foto, also 1,4 er runter und 1,7er Konverter drauf. Noch immer so klein aber es geht. So nun aufs Ganze gehen, 1,7er runter und 2,0er Konverter drauf und ein kleines Stück noch näher ran, das wäre es und siehe da, er lässt uns gewähren. Jetzt wird der Auslöser so richtig durchgedrückt und der Spiegel fliegt förmlich rauf und runter. Endlich die Bilder sind im Kasten. Nach einer Weiler wird es dem Greifvogel jetzt zu bunt und er fliegt auf, um sich in ein paar hundert Meter wieder in die Wiese zu setzen. Wir folgen dem Greif und der neu angeschaffte Pickup kommt uns hier sehr entgegen. Der Greifvogel lässt uns wieder gewähren. Nach gut 5 Minuten ist der ganze Zauber vorbei und unsere Freude über die gemachten Bilder groß. Unsere Freude sollte später noch größer werden, als wir schließlich von Ornithologen erfuhren, dass wir in diesem Fall eine juvenile Steppenweihe fotografiert hatten und das im Osten von Österreich.

Ein gewöhnlicher samstägiger Fotoausflug hat uns wieder schöne Bilder gebracht und das nach sehr langer Zeit!

2 Gedanken zu “Die Überraschungsfahrt

  1. Hallo Robert und Eduard
    Toller Bericht der sich leicht lesen läßt, und zudem auch Spannung erzeugt. Gratulation zum seltenen Fund der Steppenweihe. Mir persönlich sind noch keine Bilder dieses wunderschönen Greif´s aus solcher Distanz geglückt. Euer Bericht zeigt daß es bei uns im Osten immer wieder Seltenheiten zu entdecken gibt.
    Ihr zeigt hier Bilder welche ich selbst gern auf meinen Seiten hätte.
    Euren Blog werde ich sicher noch öfters besuchen.
    LG Walter Oberhofer – WOphoto

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *