Alltagsgeschichte: Feuer & Flamme

Folgende Geschichte entspricht den wahren Tatsachen und hat sich an einem kalten und schneereichen Tag im Februar 2010 ereignet.

Wie so oft in den vergangen Winterwochen waren wir auch an dem besagten Wochenende wieder unterwegs zu unserem Winter-Ansitz. Mittlerweile haben wir ja schon unser zweites Quartier bezogen und freuen uns auch schon an diesem schneereichen Tag auf hoffentlich erfolgreiches Gelingen. Es gab an den Tagen davor einiges an Neuschnee und wir waren guter Dinge, dass wir große Chancen haben Besuch von unseren gefiederten Freunden zu erhalten. Wo Licht, da ist auch Schatten – in diesem Fall mit ca. 30 cm Neuschnee, müssen wir leider den Weg zu unserem Hide zu Fuß bewältigen. Windverwehungen und Flächen mit mehr als 50cm Schnee machen aus dem netten Winterspaziergang eine mühsame Angelegenheit. Jeweils mehr als 20kg Fotogepäck, ein Feldhase und eine schwere Autobatterie müssen zum Hide transportiert werden. Sie werden sich fragen warum eine Autobatterie?
Wir benötigen im Versteck eine Lüftung um das Beschlagen der Glasscheibe zu verhindern – mehr dazu aber noch im zweiten Teil über die Greifvogelfotografie  🙂

Also, das ganze Zeugs auf einen Bob geladen und abwechselnd wird das mehr als 50kg schwere Back durch die Finsternis und viel Schnee langsam aber dennoch Richtung Ansitz bewegt. Nach einigen hundert Metern bleibt nur noch einstimmige Ratlosigkeit –  „Jo bist du deppat.. wia suin ma des bis  zum Hide schoffn…“ [Ja bist du wahnsinnig, wie sollen wir das bis zum Hide schaffen]
Nicht sehr viele Meter weiter stellt man sich dann erstmals die Frage, ob das überhaupt einen Sinn macht und warum man um 3 Uhr aufgestanden ist, um dann 50kg durch eine verschneite Winterlandschaft zu ziehen. Betrachtet man nur diese Aspekte, dann gibt es wahrscheinlich nicht viele Gründe dieses Handeln zu erklären. Aber Naturfotografie bzw. die Begeisterung dafür ist für Außenstehende nicht immer leicht zu verstehen.

Als gerade Eduard an der Reihe ist unser Equipment Richtung Ansitz zu ziehen, bemerke ich wie ein Licht zwischen den Rucksäcken, Stativen und Autobatterie in die Dunkelheit strahlt und auch schnell heller wird. Eigenartig denke ich noch in den ersten Sekunden, eventuell eine Taschenlampe die angegangen ist? Ich versuche Eduard zu stoppen, doch leider hört er mich nicht, da der starke Wind mit Schneeverwehungen eine Verständigung sehr schwierig machen. Als das „Glühen“ immer stärker wird, schreie ich nur noch laut nach vorne „Edi Stopp!!!“ Mittlerweile wurde aus dem wohligen Glühen fast ein kleiner Brand und wir werfen rasch alles von unserem Gefährt runter um die Ursache zu finden.
Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, wir wären ganz ruhig gewesen, aber leichte Panik hat sich breitgemacht, schließlich liegt einiges an Fotoequipment auf dem Bob und wer sieht schon gerne zu, wenn sich seine Ausrüstung in Rauch und Flammen auflöst…

Es sollte sich dann später herausstellen, dass sich die Isolierung meines Carbonstatives gelöst und Kontakt zu beiden Polen auf der Autobatterie hatte und dadurch einen Kurzschluss verursachte. Glücklicherweise konnten wir das Stativ schnell von den Qualen befreien und somit hielt sich der Schaden ebenso in Grenzen. Nach einer anstrengenden Winterwanderung gelangten wir nach 1 ½ Stunden dann noch etwas geschlaucht bei unserem Ansitz an und wir wurden an diesem Tag noch mit einigen schönen Augenblicken belohnt.

Ein Tag Naturfotografie an den wir uns noch lange erinnern werden –
viel Action mit Feuer & Flammen!

10 Gedanken zu “Alltagsgeschichte: Feuer & Flamme

  1. Hallo Robert, hallo Edi!

    Immer wenn ich besonders viel um die Ohren habe, brauche ich ein „paar Minuten“ um wieder runter zu kommen (was mir derzeit nicht gerade leicht fällt …)
    Wenn ich schon nicht die Möglichkeit zum Fotografieren habe, dann betrachte ich gerne gute Bilder – und da bin ich auf eurer Seite immer richtig!

    Neben den tollen Aufnahmen, die man in Österreich wohl nur schwer bekommt, gefällt mir besonders der internationale Touch eures Beitrages (sprich die Übersetzung vom typisch österreichischen ins allgemein verständlich deutsche … hehehe)

    Weiterhin „gut Licht“ und viel Freude an dem, was ihr tut (auch wenn’s für „Nichtfotografen“ wohl nur schwer zu verstehen ist)!

  2. Hallo Günther,

    und es freut uns natürlich sehr, wenn wir zum „runterkommen“ etwas beitragen können 😉
    Nachdem sich bei uns im Osten nichts an der Situation betreffend Winteransitz tut, sind wir dabei unsere Erlebnisse aufzuarbeiten. Wenn dann noch dabei ein paar brauchbare Bilder auf den Festplatten auftauchen und wir sie auch noch zeigen können, freut es uns obendrein.

    LG/Robert & Edi

  3. Hallo Edi, Hallo Robert,

    euren Naturfoto-Blog kannte ich noch gar nicht…

    Die Greifvögelbilder die ihr Beide hier zeigt sind einfach genial. Und wie Günther schon schrieb, wenn man bedenkt dass diese Aufnahmen in Österreich entstanden sind kann man davor nur den Hut ziehen. Aber die Bilder sind auch der gerechte Lohn für eure Ausdauer und euren Einsatz…
    Ich hoffe dass sich bei eurem neuen Hide was tut?

    Hoffentlich bis bald wieder einmal,
    LG Robert

    • Hallo Robert!

      Freut uns das du unseren Blog entdeckt hast!
      Seeadler in unseren Breitengraden zu fotografieren ist nicht immer einfach, zu scheu und misstrauisch (zu Recht) sind die meisten Artgenossen die wir bis jetzt gesehen haben. Es waren nur einige wenige Tage wo wir das notwendige Glueck und auch die passenden Rahmenbedingungen hatten, sprich einen Winter…
      Im neuen Hide hatten wir bisher noch wenig Glueck und ebenso (bis auf die letzten eineinhalb Wochen) noch keinen wirklichen Winter. Mal sehen, vielleicht passt es bald wieder mal 😉

      Lg Robert & Edi

  4. Hallo Robert & Edi,
    eine informative Ergänzung zu euren Webseiten habt ihr mit dem Blog gefunden; toll! Besonders freuen mich aber die großartigen Adlerbilder die ein Zeugnis über euren Erfolg abgeben.
    Weiterhin alles Gute und gut Licht!
    LG Leopold

    • Hallo Poldi,

      danke für Deinen Besuch und Kommentar auf unserem Blog, den wir versuchen immer aktuell zu halten und doch des öfteren Bilder zeigen werden! Wir hoffen Dich doch des öfteren hier begrüßen zu dürfen.

      LG/Edi u. Robert

  5. Servas Robert, Servas Edi,
    nachdem wir uns ja am Samstag „kurz“ gesehen haben und dann nicht mehr, hab ich mich auf die virtuelle Suche nach euch gemacht.

    Na servas … Respekt!

    Ich bewundere immer euren Enthusiasmus, welchen ihr beide an den Tag legt, um zu gewissen Bildern bzw. Raritäten zu kommen. Die Greifvogelbilder können sich auf jeden Fall sehen lassen und lassen bestimmt nicht nur mein „Naturfotografen“herz höher schlagen.
    Ich wünsch euch beiden weiterhin viel Erfolg und Ausdauer, so dass ihr uns mit weiteren Bildern belohnen könnt.

    PS: Das nächste mal sehen wir und hoffentlich etwas länger 😉

    LG, Gerhard

    • Hallo Gerhard,

      vorab einmal recht herzlichen Dank für Deinen Besuch auf unserem Blog und dem Kommentar!

      Ja, leider war unser Treffen nur von kurzer Dauer aber wir wollten Dich nicht länger stören und es ergibt sich sicherlich die Möglichkeit in Zukunft wieder etwas ausführlicher zu plaudern 🙂

      Danke für Dein Lob und wir sind weiterhin bemüht doch das eine oder andere Bild zu zeigen. Vielleicht ist da noch das eine oder andere Seeadlerbild dabei 😉

      Auf ein Wiedersehen freut sich

      Robert u. Edi

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