Unsere gemeinsame Bulgarienreise 2010

Robert und ich wollten schon seit etwas längerer Zeit eine Reise nach Bulgarien unternehmen. Wir hatten schon spezielle Bilder in unseren Köpfen was wir unbedingt fotografieren wollten, wie z.B. Blauracken mussten es unbedingt sein, darüber hinaus noch Rosenstare. Warum gerade diese Vogelarten? Uns ist es in Österreich nicht möglich Rosenstare zu fotografieren da diese bei uns nicht vorkommen und auch die Möglichkeit Blauracken vor die Linse zu bekommen ist fast unmöglich.

 Nach Kontaktaufnahme mit einem befreundeten Ornithologen war der Reisezeitplan bald eingegrenzt und festgelegt. Die Reise sollte daher vom 9.Juni mit der Anreise und bis 19.Juni 2010 mit der Abreise dauern. Wir beschlossen die Reise mit dem Auto von Robert durchzuführen, was zwar für die Mitnahme vom Equipment her sehr nützlich war, aber auf der anderen Seite natürlich auch ein gewisses Risiko barg.

Die Anreise verlief zwar anstrengend, da die Strecke von rund 1200Km in einem Stück durchgefahren wurde,  aber schließlich sind wir gut „gelandet“. Der Straßenzustand und die damit verbundene Durchschnittsgeschwindigkeit waren das größte Problem.

Die ersten Tage verliefen doch etwas schwieriger als gedacht. Kaum brauchbare Bilder auf den Speicherkarten und so ist unser Enthusiasmus recht bald wieder auf dem Boden der Realität zurückgekehrt. Es gibt zwar recht viele Möglichkeiten um Vögel zu fotografieren, aber um vernünftiges „Material“ zu bekommen, so erkannten wir recht bald, sollte es noch ein gutes Stück Arbeit werden.

Die darauf folgenden Tage verbrachten wir bei den Rosenstaren die gerade um diese Jahreszeit dabei  waren ihre Nester zu bauen. Es sind herrliche Vögel die in Kolonien auftreten und leben. Vor allem die Männchen, die eine zart rosa Färbung besitzen, sind wunderbar zu betrachten.

Nach ein paar Tagen hatten wir doch einige Bilder am Laptop sichern können und so beschlossen wir die Reise zu einem Wendehalspärchen fort zu setzen, welches gerade mit der Aufzucht des Nachwuchses beschäftigt war.

Nach Stunden der Fahrtzeit und sehr schlechten Straßenverhältnissen fielen wir am Ziel angekommen müde  ins Bett.

Robert hat  mir schon während der Fahrt erzählt wie er den Wendehals gerne fotografieren möchte. Zwar haben wir den Wendehals bei uns schon fotografiert, aber die „richtigen Bilder“ fehlten uns noch immer.

Nach vorsichtiger Erkundung des Gebietes hat sich ein für uns guter Platz mit sehr schönem Hintergrund ergeben. Das Tarnzelt mussten wir jedoch jeden Tag auf- und abbauen. Es in dieser Gegend über Nacht stehen zu lassen, schien uns zu leichtsinnig zu sein. Vor allem brauchten wir es ja noch bei den Blauracken, unserem eigentlichen Hauptziel der Reise.

Wenig vom Tarnzelt beeindruckt, hat sich das Wendehalspärchen nicht stören lassen bei ihrer Arbeit und so bekam auch Robert die Bilder, die ihm schon seit geraumer Zeit im Kopf herumgeisterten.

Nach 2 1/2 Tagen des Ansitzens auf den Wendehals war es wieder an der Zeit die Zelte abzubrechen und weitere hunderte Kilometer Richtung Nord Osten Bulgariens mit dem Ziel zu den Blauracken aufzubrechen.

Erst nach dem Eintreffen in der Region wurde uns klar, dürfte nicht so einfach werden bei den Blauracken. Blauracken brüten in Baumhöhlen und das meist in relativ großer Höhe. Das machte das ganze Unterfangen „Blaurackenfotografie“ nach unseren Wünschen schon wieder etwas schwieriger. Wir wollten keine Bilder mit Himmel im HG, nur wie sollten wir es anstellen? Wir haben uns gleich auf die Suche nach einer geeigneten Fotografiermöglichkeit gemacht, wo all unsere Wünsche in Erfüllung gehen sollten. Die Angelegenheit erwies sich als äußerst schwierig, doch wir wollten hier an dieser Stelle nicht aufgeben. Sommerliche Temperaturen von über 35° bis nahezu 40° haben das Unterfangen nicht gerade begünstigt. Die Gemüter haben sich etwas erhitzt…

Nach tagelanger Suche haben wir schließlich doch noch einen geeigneten Baum/Stelle gefunden und konnten unsere bereits vor der Abreise nach Bulgarien im Kopf entstandenen Bilder doch noch „schießen“.

Glücklich und nach einer abenteuerlichen 1600Km langen Heimreise mit einem Gewitter wie wir es noch nie erlebt hatten, einem kaputten Tarnzelt usw. kamen wir wieder in Wien mit den Bildern die wir uns von so einer Reise erhofft hatten an.

Einfach war das ganze Unterfangen jedoch nicht, obwohl es in Bulgarien doch noch Möglichkeiten gibt die es bei uns nicht mehr gibt.

2 Gedanken zu “Unsere gemeinsame Bulgarienreise 2010

  1. Hallo Robert, hallo Edi!

    Bei dem heurigen „Winter“ (kein Eis, kein Schnee, keine Vögel an der Fütterung …) hab ich viel Zeit um im Netz zu surfen … und so bin ich wieder mal auf eurer Seite gelandet!

    Eure Beschreibung von der Bulgarienreise kann ich sehr gut nachempfinden – war ja auch schon einige male in Bulgarien – und muß sagen, es ist immer wieder ein „kleines Abenteuer“ – manchmal auch ein „größeres“! Das gute Aufnahmen nicht so nebenbei entstehen ist mir völlig klar! Da können die Möglichkeiten noch so gut sein. In der kurzen Zeit habt ihr jedoch eure Vorstellungen in äußerst beeindruckende Aufnahmen umsetzen können – bin total begeistert!

    Schöne Grüße aus dem frühlingshaften Kärnten,
    Günther

  2. Hallo Günther,

    vorab ein gutes neues Jahr 2012 und recht herzlichen Dank für Deinen Kommentar!

    Nach der Rückreise war uns sofort klar, dass wir dieses wunderschöne Land, individueller als andere Naturfotokollegen, mit neuen Motiven im Kopf bereisen werden.

    Zeit zum Ausarbeiten der weiteren Aktivitätenen besteht ja ohnehin genug, denn aufgrund des „Winterverlaufes“ ist man mehr als enttäuscht.

    Liebe Grüße von Robert u. Edi

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